Regnerische Adventsstimmung 2020-07-03T07:31:56+00:00

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Regnerische Adventsstimmung

Weihnachtliche Innenstadt mit Nikolaus-Umzug und schwimmendem Bürgermeister

Foto MV

Schnee für die winterliche Atmosphäre? Fehlanzeige. Doch nach einem durchregneten Wochenende klarte es am Sonntag immerhin auf. Pünktlich zur Überfahrt des Heiligen Sankt Nikolaus sorgten dann die hellen Lichter und weihnachtlichen Lieder für beste Adventsstimmung. Das Wochenende nach dem Nikolaustag bot einige Höhepunkte: Der verkaufsoffene Sonntag lud zum Geschenke-Shopping, Konzerte in der Innenstadt sorgten für passende Untermalung. Doch das alles übertreffende Highlight blieb selbstverständlich der Nikolaus – der niemand Geringeren als den Bürgermeister Peter Lüttmann als Fackeltaucher dabei hatte.

Pünktlich winkt der Nikolaus

Pünktlich um 17 Uhr winkte der Nikolaus, von seinem Boot aus, den Menschenmengen auf der Nepomukbrücke und an den Emsufern zu. Dass er auf dem Wasserweg anreist, hat in Rheine bereits Tradition – dass er diesmal aber mit Unterstützung der Feuerwehr und Wasserwacht in einem besonders kleinen Boot kam, das war neu. Der Umstand war dem zuletzt niedrigen Wasserstand der Ems bis zum Wochenende geschuldet.

Nikolas-Empfang in Rheine

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14 Taucher mit gleißend hellen Fackeln umrahmten den Ehrengast. Und unter ihnen befand sich – quasi inkognito – Rheines Bürgermeister, Peter Lüttmann. „Die Kälte war kein Problem“, sagte der sichtlich euphorisierte Lüttmann, nachdem er aus dem Wasser geklettert war. Nur anstrengend sei es gewesen. Doch die Kinder hatten ohnehin nur Augen für den Heiligen Nikolaus, der im rot-goldenen Gewand auch reichlich Eindruck machte.

Selfies mit den Kindern

Bis zum Weihnachtsmarkt auf dem Staelschen Hof zogen der Nikolaus, seine Engel, die Stadtwacht und das Rodder Blasorchester. Immer wieder schüttelte der Rauschebart die Hände der Kinder, machte sogar Selfies und nahm Briefe der Kleinen entgegen. Auf der Bühne des Marktes lauschte er dann den Kindern, die Gedichte aufsagten und Lieder vortrugen. Mutig gaben die Mädchen und Jungen ihr Können zum Besten. Und nur ganz selten entfuhr ihnen ein „Oh Mann“, wenn ihnen einmal der Text nicht einfiel – was für umso mehr Applaus sorgte.

Wer wollte, fand an diesem Wochenende auch vor der Ankunft des Nikolaus in eine vorweihnachtliche Stimmung. In der reichlich bevölkerten Emsgalerie stimmten die Accapella-Künstler von „Salto Vocale“ mit munter vorgetragenen Liedern auf Deutsch und Englische auf die Festtage ein und ließen manchen Besucher kurz entspannen und lauschen.

Ein besonderer Weihnachtsmarkt

Ein besonderer Weihnachtsmarkt erwartete die Besucher währenddessen am Sonntag auf dem Thie: Der Verein „Rheine bewegt“ veranstaltete hier in Kooperation mit der Thiegemeinschaft bereits zum dritten Mal einen Benefizmarkt für wohltätige Organisationen. Alles, was den typischen Weihnachtsmarkt eben ausmacht, war dort vertreten. Es gab Glühwein, Kaffee und Kuchen, eine Weihnachtsverlosung und ein rockiges musikalische Rahmenprogramm.

Ein beliebtes Angebot für die jüngsten Besucher war der Verein „Quadkinder“. Die Vereinsmitglieder nahmen Jungen und Mädchen mit auf eine Quadtour. Der Markt unterstützte mit den Einnahmen der ehrenamtlichen Helfer unter anderem den Kinderschutzbund und die Organisationen Salzstreuer und Sozialpunkt.

Auf dem Weihnachtsmarkt am Staelschen Hof waren die Händler und Budenbesitzer mit dem Zulauf vor allem am regnerischen Samstag nicht zufrieden. Am Sonntag war der Nachmittag trotz der verkaufsoffenen Geschäfte in der Innenstadt ebenfalls nicht besonders stark besucht. Dennoch bescherten die wenigen trockenen Momente und der Abend mit dem Nikolausempfang den Händlern zur späteren Stunde hin stetig wachsenden Zulauf.

Wer an diesem Wochenende in der Emsstadt nicht noch die Weihnachtseinkäufe erledigte, der schaute, bummelte und probierte. Und so kam am Ende doch noch die passende Weihnachtsstimmung unter den Rheinensern auf.

Denn spätestens, als das Orchester „Lasst uns froh und munter sein“ anstimmte, so mancher Besucher an der Ems kurzerhand mitsang und der Nikolaus, umrahmt von Lichtern, auf der Ems zu sehen war, war das verregnete Wochenende vergessen.

 

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, Sonntag, 9. Dezember 2018 – von Fabian Kronfeld / Kristina Sehr